Die Kultur der zersplitterten Ideale. Von Lamborghinis bis Achtsamkeit.

Viele kleine Mikronarrative statt einen großen Erzählung.

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Die Fragmentierung von Gesellschaften hat es schon immer gegeben. Aber heutzutage, zumindest ist das mein Eindruck, gibt es nicht mehr DIE eine große Geschichte, die alles erklärt. Stattdessen: viele, kleine Mikronarrative, die sich stark überlagern, unangenehm reiben, und ziemlich oft widersprechen.

Nehmen wir zum Beispiel den Aspekt des Erfolges: 

Für unsere Elterngeneration war es vielleicht ein schönes Haus, das neueste Auto, und ein sicherer Job. Und das war es dann wahrscheinlich auch schon.

Heute mag das noch immer für einige gelten (z.B. die „schnell reich“ Hyperversion eines Erfolgs Narratives mit Krypto, Daytrading, steuerfreies Dubai und dafür einen Lamborghini). Aber auch diese Erzählung gilt eben nicht für alle.

Der abstrakte Begriff Erfolg wird noch abstrakter. 

Status kann heute genauso gut Selbstbestimmung oder Selbstverwirklichung bedeuten, oder Nein sagen zu können, wann man will, oder einfach Zeit zu haben, sich täglich ein Mittagessen frisch zu kochen. Für Marken, die jahrzehntelang auf eine DIE EINE gemeinsame Vorstellung von Erfolg gebaut haben, ist das eine echte Herausforderung. 

Also, was tun?

Zuerst: ehrlich hinschauen auf die eigene Markenstrategie. Was hat sie bedeutet? Für wen? Und trägt diese Bedeutung noch oder hält sie sich an einer Erzählung fest, die so nicht mehr existiert? Oder passt meine Marke (oder mein Angebot) in einer der Erzählungen die heute für die Menschen noch immer relevant ist? 

Letztlich bleibt der Wunsch der Menschen immer gleich: gesehen zu werden, und sich zugehörig zu fühlen.


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